Next Generation-Rezi: Heart of Glory

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SzenenbildIm Wrack eines talarianischen Frachters in der neutralen Zone entdecken Riker, Data und LaForge als einzige Überlebende drei Klingonen. Diese behaupten als Passagiere auf dem Schiff gewesen zu sein, als sie von den Ferengi angegriffen wurden. Kurz nach der Rettung von dem Frachter stirbt einer der Klingonen an den Folgen seiner schweren Verletzungen. Worf ist von den beiden anderen Klingonen Korris und Konmel fasziniert, da er bisher so gut wie keinen Kontakt mit seinem Volk hatte.

Wenig später nähert sich ein klingonischer Kreuzer. Dessen Captain informiert Picard, dass es sich bei den drei Klingonen um Abtrünnige handelt, die ein klingonisches Schiff zerstörten, das sie zurückbringen sollte, und verlangt die Auslieferung von Korris und Konmel sobald sich sein Schiff in Transporterreichweite befindet.

Inzwischen haben die beiden Klingonen Worf bereits erzählt was wirklich vorgefallen ist. Sie wollten aus dem Reich fliehen, da sie mit dem neuen friedlicheren Weg nichts anfangen können und als Krieger wie ihre Vorfahren leben wollen. Worf versteht die Motivation der Abtrünnigen, auch wenn er nicht so denkt wie sie.

Picard lässt die beiden Klingonen bis zur Ankunft des Klingonenkreuzers inhaftieren. Durch eine geschmuggelte Waffe gelingt den beiden aber der Ausbruch aus der Zelle. Konmel wird getötet, aber Korris dringt bis in den Maschinenraum vor und droht auf den Warpkern zu feuern. Er verlangt die Trennung des Schiffes und dass man ihm die Kampfsektion überlässt. Worf versucht mit ihm zu verhandeln, doch Korris ist geblendet von seiner Idee gemeinsam mit Worf und der Kampfsektion der Enterprise die Galaxis unsicher zu machen. Schließlich feuert Worf auf Korris um das Schiff zu retten.

Kommentar:

“Heart of Glory” gewährt uns zum ersten Mal innerhalb der “Next Generation” einen etwas tieferen und unterhaltsamen Einblick in die Welt der Klingonen des 24. Jahrhunderts. In den ersten 10 Minuten konzentriert sich die Folge eher auf Geordi LaForge und seinen VISOR, nur um dann sehr plötzlich die Klingonen in den Mittelpunkt zu stellen.

Im Gegensatz zu den eher eindimensionalen Bösewichten der Classic-Serie werden die Klingonen in der Folge wesentlich tiefgründiger dargestellt. Man erfährt, dass Frieden zwischen dem klingonischen Reich und der Föderation herrscht und das die Klingonen inzwischen wesentlich gemäßigter sind als zu Kirks Zeiten, aber auch, dass nicht alle Klingonen mit dieser neuen Friedfertigkeit einverstanden sind. Diese Spannungen werden auch noch später eine große Rolle spielen.

Zum ersten Mal wird auch genauer auf Worf eingegangen, der bisher eher im Hintergrund geblieben ist und allenfalls durch ein paar martialische Aussagen aufgefallen ist. Worf scheint nicht besonders viel Kontakt mit anderen Klingonen gehabt zu haben, was aufgrund seiner tragischen Vergangenheit, die hier erstmals ansatzweise enthüllt wird, auch nicht weiter verwunderlich ist. Es wird gezeigt, dass Worf zwischen den Kulturen steht. Zwar sieht er sich den Menschen verpflichtet, die ihn einst gerettet haben, aber andererseits kann er seine klingonische Herkunft nicht verleugnen, die in Extremsituationen auch immer wieder dominant wird. Die Klingonen wiederum sind nicht so ohne weiteres dazu bereit ihn als einen der ihren zu akzeptieren, da sie ihn durch seinen ständigen Umgang mit Menschen für verweichlicht halten.

Insgesamt bietet die Folge einen gelungenen Einstieg in die vielfältige Kultur der Klingonen, die hier noch frisch und interessant wirkt, im Laufe der Jahre und in den Nachfolgeserien aber dann leider etwas überstrapaziert worden ist.

Bemerkenswertes:

In der deutschen Synchronisation ist man sich was die Ränge der Klingonen angeht nicht ganz einig. Korris stellt sich als Captain der klingonischen Verteidigungsstreitmacht vor, wird dann aber später von Picard als Commander angesprochen. Der Kommandant des klingonischen Kreuzers wiederum stellt sich Picard als Commander K’nera vor, wird dann aber von ihm und Worf als Captain tituliert. (Es gibt aber durchaus die Marinetradition, den höchstrangigen Offizier eines Schiffes als Captain anzusprechen, egal welchen Rang er tatsächlich bekleidet.)

Zum ersten Mal in der “Next Generation” wird näher auf die Klingonen eingegangen. Wir erfahren etwas über ihr Todesritual (ein Schrei, der den Tod vor einem Krieger warnen soll, der vor ihn hintritt), ihren starken Ehrenkodex und über den Khitomer Außenposten, der auch in Star Trek VI und in späteren “Next Generation”-Folgen noch eine große Rolle spielen wird. Außerdem wird klar, dass die Verhältnisse zwischen Klingonen und Föderation wesentlich entspannter sind als zu Zeiten der Klassikserie. Zwar wird bereits eine Allianz erwähnt, die durch die Abtrünnigen bedroht wird, aber erst später in der Serie wird klar, dass es tatsächlich eine Allianz zwischen Klingonen und Föderation ist.

Wir erfahren, dass Worf von einem Sternenflottenoffizier aus den Trümmern des Khitomer-Außenpostens gerettet wurde, der von den Romulanern zerstört worden war. Er wurde von diesem Offizier und seiner Frau adoptiert und wuchs gemeinsam mit ihrem leiblichen Sohn auf der Agrar-Kolonie Gault auf. In der Folge “Family” (Familienbegegnung) lernen die Zuschauer seine Eltern erstmals kennen.

Worf erwähnt seinen Halbbruder, der mit ihm eine Ausbildung an der Sternenflottenakademie begonnen hatte, dann aber nach Gault zu seinen Eltern zurückkehrte. In der Folge “Homeward” (dt.: Die oberste Direktive) lernen ihn dann auch die Zuschauer kennen.

Geordis Visor kann seine visuellen Eindrücke mit Hilfe eines Zusatzmoduls an das Schiff übermitteln. Innerhalb der Serie wird das jedoch nicht mehr aufgegriffen.

In dieser Folge bekommt man einen talarianischen Frachter zu sehen; in der Folge “Suddemnly Human” (dt.: Endars Sohn) spielt dann das Volk der Talarianer selbst eine wichtige Rolle.

Folgendes Missgeschick soll bei den Dreharbeiten passiert sein: Als Michael Dorn den Todesschrei ausstiess, fiel ihm seine Klingonen-Zahnprotese aus dem Mund.

Nitpicking:

Klingonen nehmen keine Geiseln? Kirk kann da aber was anderes erzählen, schließlich wurde sein Sohn David auf dem Genesis-Planeten als Geisel von Klingonen in Star Trek III ermordet.

Worf erzählt Korris, dass ihn ein Offizier der Sternenflotte auf Khitomer gerettet hat. Wie wir aber in “Famliy” (Familienbegegnung) erfahren werden, war Segej Roshenko aber kein Offizier sondern nur ein einfaches Besatzungsmitglied.

Einschaltquoten:

In den amerikanischen Syndication Charts konnte sich “Heart of Glory” auf einen guten 3. Platz bei einem Rating von 10.7 setzen.

In Deutschland wurde die Episode von immerhon 3,44 Millionen Zuschauern verfolgt.

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