Münchner Starfriseur Gerhard Meir ist tot

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Gerhard Meir, der Star-Coiffeur, Kolumnist und Buchautor aus München, hatte ein schillerndes Leben. Zahlreiche Prominente zählten zu seinen Kunden im Friseursalon und oft war er auf diversen roten Teppichen und Charity-Veranstaltungen unterwegs. Er wurde nur 65 Jahre alt. Am Donnerstag soll er noch in seinem Salon gearbeitet haben. Am Freitag ist er in seiner Wohnung tot aufgefunden worden, so seine Managerin Elisabeth Platzer. Warum er gestorben ist, ist bisher noch nicht bekannt.

Karriere wie im Märchen

Gerhard Meir war noch ein Bub, als er aus dem idyllischen Schliersee auszog, um als Friseur die große weite Welt zu erobern. Eines Tages traf er in München auf eine junge flippige Fürstin, Gloria Fürstin von Thurn und Taxis. Er toupierte ihr die Haare zu einer wilden Punkfrisur mit der sie auf Society-Events Furore machte. Danach war Meir auch für die Hochzeitsfrisur ihrer Tochter Maria Theresia verantwortlich – mit Kamm in der Sakkotasche (“für den Notfalleinsatz”).

Pinke Strähnen für die Weltmeisterin

Nach seinem großen Erfolg verlangten auch andere Damen der Gesellschaft von ihm frisiert zu werden und über Nacht avancierte der junge Friseur zum Promi-Figaro. So verpasste er 2004 der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Claudia Pechstein pinke Strähnen.

Gerhard Meir macht Claudia Pechstein pinke Strähnen

© picture alliance/dpa

Gerhard Meir macht Claudia Pechstein pinke Strähnen

Schere, Salons und Schampus

Fortan legte er die Schere nur noch aus der Hand, um auf wichtigen Partys mit Champagnerflöten und Häppchen zu hantieren. Er eröffnete neue Salons, um den Ansturm der Adelsdamen und Industriellengattinnen bewältigen zu können und busselte sich in die Herzen von Stars und Sternchen.

Lachend hält Gerhard sein gemeinsam mit der Schriftstellerin Christine Eichel verfasstes Buch

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Lachend hält Gerhard sein gemeinsam mit der Schriftstellerin Christine Eichel verfasstes Buch “Der Salon” in die Höhe.

Zuhören, schreiben, berühmt werden

Da er beim Haareschneiden genau zuhörte, schrieb er schon bald seinen ersten Roman über die kleinen und großen Dramen zwischen Galabuffet und Haarwaschbecken. Kurz darauf wollten auch große, renommierte Zeitungen ein bisschen vom Glanz und Glamour des Schicki-Micki-Coiffeurs abhaben und beauftragten ihn mit regelmäßigen Life-Style- und Society-Kolumnen. Er wurde in Talkshows eingeladen, landete bei “Sabine Christiansen” und diskutierte im Jahr 2008 in einer Runde zum Motto “Rauchen auf der Kippe?” Außerdem wurde Gerhard Meir im Fernsehen porträtiert. So wurde allmählich aus dem Promi-Friseur selbst ein Promi.

Gerhard Meir (l), diskutiert mit Eckart Laack, Onkologe am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf, bei

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Gerhard Meir (l), diskutiert mit Eckart Laack, Onkologe am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf, bei “Sabine Christiansen”

Glück im Beruf – Pech in der Liebe

2007 hatte Meir seine Lebenspartnerschaft mit seinem rund 13 Jahre jüngeren Partner und Kollegen Peter Safarik von einem Notar beurkunden lassen. “Ich hatte drei große Lieben, aber jetzt bin ich angekommen”, sagte er später der “Bunten”. Sein Partner sei das Schönste, “was mir von oben geschenkt wurde”. Doch die Beziehung ging in die Brüche. Der “Bild” sagte Meir 2018 über die Liebe: “Das Thema ist abgehakt. Ich möchte keinen Mann mehr. Eine Beziehung ist mir zu kompliziert geworden, viel zu anstrengend. Ich bin gern allein.”

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