Massentierhaltung und Billigproduktion – Seite 15

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Ich paraphrasiere mal aus der ZEIT von gestern (Analog-Ausgabe – leider ist der Online-Artikel hinter einer Paywall):
Wohin mit 400’000 Schweinen, die nicht geschlachtet werden können?

Es geht darum, dass das Schwein, welches seit 4 Wochen nicht mehr bei Tönnies zu Fleisch verarbeitet werden kann, mittlerweile ganz gewaltig stört. Es wird zu gross und zu schwer (und seine Haltung damit tierschutzrelevant). Seine Futterkosten steigen. Seine Einzelteile passen nicht mehr in die vorgesehenen Plastikschalen, und damit verliert das ganze Schwein an Wert. Und die Produktion zu stoppen (bzw. keine Sauen mehr zu besamen), wagt keiner, weil ja damit irgendwann ein Lieferstopp programmiert ist … und den sieht das System nicht vor.

Mich beelendet das, weil ich zwar Fleisch esse, aber diese unglaublich arrogante Betrachtung des Schweins als “Produkt” mich zur Weissglut bringt. Genauso wie ich Billigware aus China boykottiere, boykottiere ich DIESE Fleischproduktion. Aus ethischen Gründen.

Zitat:

Die Produktion von Schweinefleisch gleicht heute einem riesigen Räderwerk, in dem für gewöhnlich jedes einzelne Teilchen geschmeidig in das nächste greift. Man kennt solche normierten Prozesse aus anderen Industrien, etwa aus der Autobranche. Auch hier hat Corona zeitweise Lieferketten gestört und die Maschinerie ins Stocken gebracht. Halb fertige Autos aber können notfalls auch mal wochenlang herumstehen, ihr Schutz steht ja nicht als Staatsziel im Grundgesetz.

edit:
Nachtrag, nachdem ich mich wieder abgeregt habe

Ich habe – ebenfalls in der ZEIT – einen Artikel gelesen über Minimalismus … das ist, wenn man sein Leben mit möglichst wenig an Konsumgütern zu führen versucht. Eine der befragten Frauen hat sich entschieden dagegen ausgesprochen, dass man in solchen Sachen missionieren solle: Jede(r) müsse selbständig und aus freien Stücken bzw. ohne Druck von aussend entscheiden können, wie er leben wolle, und den Weg zu einem allfälligen Systemwechsel wählen oder eben nicht.

So schwer mir das manchmal fällt, NICHT zu missionieren: In der Sache hat die Minimalistin natürlich recht, weil sich Überzeugung nun mal nicht vermitteln lässt.

Deswegen habe ich den “ans-Bein-pinkel”-Satz mit der Ethik oben gestrichen. Es steht mir nicht zu, anderen ihre Überlegungen zur fraglichen Geschichte abzusprechen.

Geändert von ganzblau (16-07-2020 um 20:53 Uhr)

“I don’t take responsibility at all.” Donald Trump
“History is written by the winners.” William Barr
“Honesty, hard work, responsibility. Fairness. Generosity. Respect for others.” Barack Obama
“There is no glory in prevention.” Alte Virologen-Weisheit

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