Deutsche Bischofskonferenz gegen “gloria.tv” – religion.ORF.at

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Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich vom Internetportal gloria.tv distanziert. Im Zusammenhang mit der Debatte um die „Pille danach“ waren mehrere Bischöfe in einer Montage mit Hakenkreuzen gezeigt worden.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich mit Nachdruck von dem Internetportal gloria.tv distanziert. Anlass ist eine Sendung auf einer englischsprachigen Seite des Portals, in der in Zusammenhang mit der Debatte über die „Pille danach“ mehrere deutsche Bischöfe mit Hakenkreuzen gezeigt wurden. Dazu erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Mittwoch in Trier, dem Portal sei offenbar „die Seriosität abhandengekommen“. Man werde dafür sorgen, dass Inhalte von der kirchlichen Website Kirche.tv nicht mehr von gloria.tv verwendet würden.

Website Gloria TV

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gloria.tv macht in mehreren Meldungen und Beiträgen mobil gegen die deutschen Bischöfe. Sie wären in die Falle der Abtreiber-Lobby getappt, so das Internet-Portal.

Kein Segen mehr

Bislang war die von Kirche.tv produzierte Rubrik „Tagessegen“, in der ein katholischer Geistlicher täglich neue Segensworte spricht, auch bei Gloria.tv zu sehen. Der „Tagessegen“ wird von der in Frankfurt ansässigen Katholischen Fernseharbeit produziert und kostenlos zur freien Verwendung im Internet angeboten.

Gloria.tv seinerseits distanziert sich von den deutschen Bischöfen, wie ein prominent platziertes Banner auf der Seite zeigt. „The Englsh-speaking editorial staff of Gloria.TV distances itself from the German Bishops“, heißt es dort (Die Mitarbeiter der englischsprachigen Redaktion distanzieren sich von den deutschen Bischöfen).

In Moldawien registiert

Das Portal gloria.tv bietet sein Programm in mehreren Sprachen an. Regelmäßig werden ohne Klärung der Nutzungsrechte Beiträge von anderen TV-Sendern – auch des ORF – übernommen. Aufforderungen zum Löschen, kommen die Macher von Gloria.tv kaum nach. Der Firmensitz in Moldawien begünstigt diesen „lockeren“ Umgang mit Nutzungsrechten und „schützt“ auch sonst weitgehend vor gerichtlicher Verfolgung.

Traditionalistische Randgruppe

Kirchenpolitisch steht das TV-Portal traditionalistischen Randgruppen der katholischen Kirche nahe. Sein Motto lautet „the more catholic the better“ (Je katholischer, umso besser). Die deutschsprachigen Sendungen werden im zweiten Bezirk in Wien produziert. Programmiert und IT-mäßig betreut wird das Portal vom Priester Markus Doppelbauer, der im als sehr konservativ geltenden Erzbistum Vaduz geweiht wurde. Hauptmoderatorin der Sendungen ist Markus Doppelbauers Schwester Eva.

„Kein Umfeld“

Bereits Mitte Jänner hatte die Fernsehredaktion der Diözese Würzburg ihren Kanal auf der Internetseite gloria.tv gelöscht. Der Bereichsleiter Medien im Ordinariat, Dominik Faust, sagte, die Seite sei kein Umfeld mehr, „in der wir unsere Beiträge sehen wollen“. Im Jahr 2009 hatte die Fernsehredaktion des Bistums Würzburg auf gloria.tv einen eigenen Kanal eröffnet, der automatisch mit den in Würzburg produzierten Beiträgen befüllt wurde.

(KNA, religion.ORF.at)

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